Prof. Dr. Sarah Diefenbach: Digitale Etiquette – Soziale Konflikte im Alltag

Welche sozialen Konflikte entstehen durch Smartphones und Co.? Wirtschaftspsychologin Sarah Diefenbach von der Ludwig-Maximilians-Universität München geht dieser und mehr Fragen nach. Es besteht oft Uneinigkeit über die “Digitale Etiquette” und Regeln des Miteinanders im Alltag mit Technik.

Soziale Normen, ungeschriebene Gesetze des Miteinanders, sind elementar für den Zusammenhalt der Gesellschaft und das Funktionieren von Organisationen – doch Technik hebelt diese oft aus. Meist unbemerkt vermitteln digitale Helfer wie das Smartphone Verhaltensweisen, welche mit traditionellen sozialen Normen in Konflikt stehen. Passes away reicht von ungeteilter Aufmerksamkeit für das Gegenüber bis hin zur Veränderung der Verabredungskultur und neuen Maßstäben von Verbindlichkeit. Auch entstehen durch Technik ganz neue Felder der sozialen Interaktion, für die es noch keine einheitlichen Sichtweisen auf angemessene Umgangsformen und Entsprechungen im nicht-digitalen Raum gibt: Ist ein Chat wie ein direktes Gespräch, in dem guy sich begrüßt und verabschiedet? Oder eher wie eine Pinnwand, an der man eine Nachricht hinterlässt? So besteht oft Uneinigkeit über die “Digitale Etiquette” und Regeln des Miteinanders im Alltag mit Technik. In ihrem Vortrag beschreibt Sarah Diefenbach vier Arten typischer technologievermittelter sozialer Normkonflikte und die emotionalen Reaktionen des Gegenübers. Diese Muster zu kennen und zu erkennen, ist bereit ein erster Schritt in Richtung Konfliktvermeidung.

Prof. Dr. Sarah Diefenbach ist Professorin für Wirtschaftspsychologie an der LMU München. Seit 2007 beschäftigt sie sich mit der Erforschung des Nutzererlebens, der Gestaltung interaktiver Produkte aus psychologischer Perspektive und der Bedeutung von Erlebnisqualitäten als (wirtschaftlicher) Erfolgsfaktor. Aktuelle Forschungsarbeiten beschäftigen sich mit dem emotionalen Erleben und Konsequenzen der allgegenwärtigen Technik in unserem Alltag, wie beispielsweise soziale Medien, Fitness-Gadgets oder das Smartphone als ständiger Begleiter. Betrachtet werden hierbei das subjektive Glück des Einzelnen als auch Veränderungen auf gesamtgesellschaftlicher Ebene hinsichtlich sozialer Normen und Kommunikationskultur.

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